Regionaler Saison-Abweichungsindex

Ist dieser Anstieg normal für die Jahreszeit?

Für Bund und Länder gibt es saisonbereinigte Arbeitslosenzahlen aus amtlicher Hand – eine laufende Monatsreihe für alle rund 400 Kreise gehört nicht zur Standardberichterstattung. Auf lokaler Ebene bleibt damit offen, ob ein Anstieg jahreszeitlich üblich oder auffällig ist. Diese Auswertung schließt genau diese Lücke.

Kurz erklärt

Im Winter gibt es immer mehr Arbeitslose als im Sommer. Auf dem Bau ruht die Arbeit, Saisonjobs enden. Im Frühjahr sinken die Zahlen wieder. Das passiert jedes Jahr – und sagt für sich genommen noch nichts.

Die wichtige Frage ist deshalb nicht „Sind es mehr als letzten Monat?“, sondern:

Sind es mehr, als in einem Juli üblich ist?

Genau das rechnet diese Seite aus – für jeden der 53 Kreise in Nordrhein-Westfalen einzeln. Die Bundesagentur für Arbeit weist saisonbereinigte Arbeitslosenzahlen in ihrer laufenden Berichterstattung für Deutschland, West- und Ostdeutschland sowie die Länder aus; eine entsprechende saisonbereinigte Monatsreihe für alle Kreise gehört nicht dazu.

Arbeitsprobe · Datenanalyse und Reporting

Gebaut habe ich das für eine Frage, die mich selbst betraf: Ist der Anstieg in meinem Kreis normal? Die Daten kommen über die Schnittstelle der Bundesagentur für Arbeit – 235 Monatswerte ab Januar 2007 für jeden der 53 Kreise in Nordrhein-Westfalen, jeden Monat automatisch aktualisiert.

Damit es nicht bei einer Behauptung bleibt, habe ich das Verfahren dort geprüft, wo die BA eigene saisonbereinigte Zahlen veröffentlicht: für Deutschland. Die Übereinstimmung liegt bei 0,915 über 223 gemeinsame Monate. Wo mein Verfahren schwächer ist als das amtliche, steht es offen dabei – nicht im Kleingedruckten.

Technisch steckt darin: die Schnittstelle der Bundesagentur für Arbeit, eine PostgreSQL-Datenbank mit rund 49.000 Monatswerten, die Saisonbereinigung als SQL, ein monatlicher Lauf und diese Seite, die daraus erzeugt wird. Gebaut habe ich es, um mit Daten arbeiten zu können statt über sie zu reden.

Mein Hintergrund liegt in Marketing und Content. In meinem Zielberuf – Werbung und Marketing – kommen derzeit 9,6 Arbeitslose auf eine gemeldete Stelle, gut das Doppelte des Landesschnitts von 4,9. Wie es in diesen Berufsgruppen insgesamt aussieht, steht weiter unten – nachgerechnet statt geschätzt. Diese Seite zeigt, womit ich darüber hinaus arbeiten kann: Daten beschaffen, prüfen, auswerten und so aufbereiten, dass eine Entscheidung darauf aufbauen kann. Entsprechend bewerbe ich mich auch auf Aufgaben in Analyse, Reporting und Marketing Analytics.

Wer wissen will, wie ich arbeite, sieht es hier von Anfang bis Ende: Fragestellung, Datenbeschaffung, Prüfung – und die Stellen, an denen das Verfahren an seine Grenzen kommt, offen benannt.

API der Bundesagentur für Arbeit · PostgreSQL · SQL · Zeitreihen- und Saisonanalyse · Validierung gegen die amtliche Reihe · automatisierte monatliche Aktualisierung · Datenvisualisierung

Pavlo Kolosovskyi · Lebenslauf · Kontakt

Abweichung vom Üblichen · Kreis Mettmann
-0,7 %

0,7 Prozent weniger Arbeitslose, als in einem Juli normal wäre. Ein Minus ist gut.

Gemeldet sind 19.210 Arbeitslose. Normal wären für einen Juli in diesem Kreis 19.346. Unter den 53 Kreisen in Nordrhein-Westfalen steht Kreis Mettmann damit auf Platz 25 – genau im Mittelfeld.

Arbeitslose
19.210
gemeldet
Erwartung
19.346
saisonal üblich
z. Vormonat
-0,1 %
saisonbereinigt
Gem. Stellen
2.370
Bestand
Je Stelle
8,1
Arbeitslose
Gesamtbild
+0,25
Platz 39 von 53

Woher der Vergleichswert kommt

Für jeden Monat wird aus den letzten 19 Jahren berechnet, wie stark er üblicherweise über oder unter dem Jahresschnitt liegt. Ein Juli ist anders als ein Januar. Dieser Erfahrungswert ergibt die Erwartung – und die wird mit dem tatsächlichen Wert verglichen.

Was das „Gesamtbild“ bedeutet

Arbeitslosenzahlen allein sagen wenig, wenn gleichzeitig die offenen Stellen wegbrechen. Das Gesamtbild fasst beides zu einer Zahl zusammen. Gemessen wird in üblichen Schwankungen dieses Kreises: +0,25 heißt eine knappe Viertel- bis halbe Schwankung ungünstiger als sonst. Null hieße: völlig unauffällig. Beides zusammen ist ungünstiger als saisonal üblich – Rang 39 von 53 in Nordrhein-Westfalen.

Was bringt mir diese Zahl?

Wenn Sie Arbeit suchen

Sie sehen, ob es gerade an Ihrem Wohnort schwerer ist als sonst – oder ob es einfach die Jahreszeit ist. Und Sie sehen unten, wie viele Menschen sich rechnerisch auf eine gemeldete Stelle bewerben.

Wenn Sie einstellen

Sie sehen, ob sich der Arbeitsmarkt in Ihrer Region bewegt, bevor es in der Zeitung steht – und wie Ihr Kreis im Vergleich zu den anderen 53 dasteht.

Wenn Sie vergleichen wollen

Die Tabelle weiter unten stellt alle 53 Kreise nebeneinander. Ein Kreis kann viele Arbeitslose haben und trotzdem gut dastehen, wenn das für ihn normal ist – und umgekehrt.

Arbeitslosigkeit gegen Erwartung

Die letzten 5 Jahre. Wo die durchgezogene Linie über der gestrichelten liegt, ist die Arbeitslosigkeit höher, als es die Jahreszeit erwarten lässt.

Kreis Mettmann Personen, Monatswerte

Arbeitslose je gemeldete Stelle

Wie viele Arbeitslose rechnerisch auf eine der Bundesagentur gemeldete Stelle kommen. Tiefstand der Reihe: 3,4 im September 2018 – heute 8,1.

Kreis Mettmann seit 2007

Vorsicht bei der Deutung. Arbeitslose zählen am Wohnort, gemeldete Stellen am Arbeitsort. In Einpendlerstädten fällt die Kennzahl deshalb zu günstig aus, in Auspendlerkreisen zu ungünstig. Außerdem wird der Bundesagentur nur ein Teil aller offenen Stellen gemeldet – die Kennzahl misst den gemeldeten Bestand, nicht den gesamten Arbeitskräftebedarf.

Was die Daten zeigen

Drei Befunde aus dem aktuellen Monat – automatisch aus der Tabelle abgeleitet, nicht von Hand ausgewählt.

Stärkste Lage

Coesfeld

-7,4 % gegenüber dem, was in einem Juli üblich ist – der niedrigste Wert in Nordrhein-Westfalen.

Auffälligster Stellenmarkt

Köln, Stadt

+69,2 % gemeldete Stellen gegenüber dem saisonüblichen Stand. Bei der Arbeitslosigkeit allein (-1,9 %) wäre das nicht aufgefallen.

Schwächste Entwicklung

Lippe

+3,2 % – hier liegt die Arbeitslosigkeit am deutlichsten über dem, was die Jahreszeit erklärt.

Alle 53 Kreise in Nordrhein-Westfalen

Sortiert nach RSA, günstigster Wert zuerst. Der Balken zeigt die Abweichung nach links (unter der Erwartung) oder nach rechts (darüber).

RangKreisAbweichungRSA IstErwartung Stellenje Stelle RSA StellenGesamtbild
1Coesfeld-7,4 %5.0005.4001.4703,4-9,0 %-0,33
2Borken-5,0 %9.76010.2793.2403,0-8,4 %-0,13
3Mönchengladbach, Stadt-4,8 %15.11015.8722.2706,7-12,3 %-0,21
4Münster, Stadt-3,9 %9.3209.7022.3703,9+10,0 %-1,85
5Wuppertal, Stadt-3,1 %19.98020.6111.63012,3+21,5 %-1,94
6Krefeld, Stadt-2,8 %13.40013.7861.8207,4+6,1 %-1,24
7Mülheim an der Ruhr, Stadt-2,7 %7.1207.3201.5204,7+9,5 %-1,37
8Rheinisch-Bergischer Kreis-2,5 %9.82010.0701.4206,9+18,7 %-2,03
9Minden-Lübbecke-2,4 %11.00011.2702.0005,5-17,2 %+0,88
10Paderborn-2,3 %10.87011.1262.3104,7-1,1 %-0,30
11Rhein-Erft-Kreis-2,2 %17.65018.0483.2705,4+0,9 %-0,56
12Olpe-2,2 %3.6203.7018904,1-9,0 %+0,18
13Kleve-2,2 %10.45010.6801.5206,9-1,5 %-0,22
14Heinsberg-2,1 %8.3708.5491.3106,4-8,3 %+0,26
15Köln, Stadt-1,9 %56.62057.73044.0701,3+69,2 %-2,48
16Essen, Stadt-1,9 %35.25035.9363.35010,5-6,0 %-0,08
17Warendorf-1,8 %9.4009.5732.5603,7+10,2 %-1,00
18Rhein-Kreis Neuss-1,7 %16.48016.7702.5606,4+4,1 %-0,65
19Höxter-1,4 %3.3903.4371.3702,5+8,2 %-0,86
20Remscheid, Stadt-1,3 %4.9905.0558805,7+42,9 %-1,91
21Düsseldorf, Stadt-1,2 %29.48029.8424.6506,3+4,7 %-0,66
22Bottrop, Stadt-1,1 %5.1405.1977007,3-2,9 %-0,04
23Gütersloh-0,9 %11.20011.2983.2703,4+11,6 %-0,98
24Städteregion Aachen-0,7 %24.65024.8343.5806,9-4,7 %+0,23
25Mettmann-0,7 %19.21019.3462.3708,1-4,9 %+0,25
26Gelsenkirchen, Stadt-0,6 %21.21021.3371.50014,1+3,2 %-0,39
27Ennepe-Ruhr-Kreis-0,6 %12.93013.0051.6807,7-4,5 %+0,20
28Euskirchen-0,5 %6.4206.4511.7203,7+10,7 %-1,10
29Recklinghausen-0,3 %28.89028.9764.8006,0-3,9 %+0,28
30Hagen, Stadt der FernUniversität-0,3 %12.91012.9481.3309,7-17,3 %+1,38
31Siegen-Wittgenstein-0,2 %9.7909.8131.8605,3+3,1 %-0,24
32Hamm, Stadt-0,1 %8.6308.6401.6905,1-3,2 %+0,17
33Wesel-0,1 %18.61018.6292.3208,0-1,8 %+0,07
34Oberhausen, Stadt-0,1 %13.04013.0492.2305,8-8,0 %+0,56
35Herne, Stadt-0,0 %10.37010.3701.0909,5-17,4 %+1,17
36Rhein-Sieg-Kreis+0,1 %19.92019.8922.8207,1+7,3 %-0,68
37Bielefeld, Stadt+0,3 %17.54017.4942.3907,3-14,7 %+1,32
38Unna+0,3 %16.74016.6852.5006,7+0,5 %+0,04
39Hochsauerlandkreis+0,4 %7.5007.4712.3003,3+0,2 %+0,04
40Herford+0,5 %9.2409.1961.9804,7-1,0 %+0,15
41Bonn, Stadt+0,5 %14.14014.0692.3306,1+8,7 %-0,59
42Leverkusen, Stadt+0,5 %7.1007.0621.3005,5+6,1 %-0,30
43Dortmund, Stadt+0,5 %40.91040.6884.03010,2-7,4 %+0,72
44Duisburg, Stadt+0,6 %36.04035.8213.33010,8-5,2 %+0,55
45Märkischer Kreis+0,6 %18.98018.8643.5005,4-4,5 %+0,38
46Steinfurt+0,8 %14.36014.2483.1704,5-5,6 %+0,56
47Viersen+1,6 %9.9009.7471.7705,6+1,4 %+0,18
48Solingen, Klingenstadt+1,6 %7.7707.64848016,2+1,8 %+0,20
49Oberbergischer Kreis+1,8 %8.9408.7842.4003,7+9,8 %-0,43
50Soest+1,9 %10.81010.6112.7204,0+7,4 %-0,29
51Bochum, Stadt+2,1 %18.98018.5872.8906,6-10,7 %+1,33
52Düren+2,2 %11.81011.5611.4308,3-12,3 %+1,29
53Lippe+3,2 %12.38011.9962.4805,0+0,4 %+0,55

Das eigene Berufsfeld

Marketing, Content und Medien – die Berufsgruppen, in denen ich mich bewerbe. Sortiert nach Zahl der Arbeitslosen. Gefärbt ist die letzte Spalte: enger oder weiter als der Landesarbeitsmarkt insgesamt (4,9 Arbeitslose je Stelle).

KldBBerufsgruppeArbeitslose Gem. Stellenje Stelle
921Werbung und Marketing11.3011.1759,6
232Technische Mediengestaltung3.5899537,8
924Redaktion und Journalismus1.4384333,4
945Veranstaltungs-, Kamera-, Tontechnik1.32810512,6
944Theater-, Film- und Fernsehproduktion6165611,0
733Medien-Dokumentations-Informationsdienst535559,7
233Fototechnik und Fotografie4701239,2
922Öffentlichkeitsarbeit4421627,6
923Verlags- und Medienwirtschaft2842014,2
931Produkt- und Industriedesign223924,8

Quelle: „Arbeitsmarkt nach Berufen (KldB 2010)“, Berichtsmonat Juli 2026. Anders als die Eckwerte gibt es Berufsdaten monatlich nur bis zur Landesebene – für Kreise werden sie nicht veröffentlicht. Dieser Abschnitt zeigt deshalb Nordrhein-Westfalen, nicht Kreis Mettmann. Gezählt wird das Anforderungsniveau „Gesamt“; gemeldete Stellen sind nur ein Teil aller offenen Stellen.

Methodik und Prüfung

Verfahren

Klassische Dekomposition (Ratio-to-Moving-Average) auf 235 Monatswerten ab Januar 2007: zentrierter 2×12-Durchschnitt als Trend, Median je Kalendermonat als Saisonfaktor, Erwartung aus dem Niveau der vorangegangenen zwölf Monate.

Gegen die amtliche Reihe geprüft

Für Deutschland veröffentlicht die BA saisonbereinigte Werte selbst. Dort trifft dieses Verfahren die amtliche Vormonatsveränderung über 223 gemeinsame Monate mit einer Korrelation von +0,915 bei 0,51 Prozentpunkten mittlerer Abweichung.